Biosphärenreservat...ist das ein Naturschutzgebiet?

Ja - und nein! UNESCO-Biosphärenreservate sind international repräsentative Modellregionen. Sie verwirklichen nachhaltige Entwicklung und erhalten Lebensräume. Sie werben für den Ausgleich der Interessen von Umweltschutz und Wirtschaft, für ein Zusammenleben von Mensch und Natur.

Was ist das Besondere am Biosphärenreservat Pfälzerwald - Nordvogesen?

Miteinander von Mensch und Natur
Der Pfälzerwald mit dem angrenzenden Haardtrand ist eine über Generationen von Menschen geprägte Kulturlandschaft: Holz- und Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Weinbau und Tourismus. Gleichzeitig jedoch gibt es im grenzüberschreitenden Biosphärenreservat unterschiedlichste Lebensräume für Pflanzen und Tiere: Mittelgebirgswälder, Rebland, Zwergstrauchheiden, Moore, Still- und Fließgewässer.

Zwei Länder - ein Biosphärenrservat
Derzeit gibt es 701 Biosphärenreservate in 124 Staaten der Erde (Stand: Oktober 2019), 16 davon befinden sich in Deutschland und wiederum eines davon liegt im Bundesland Rheinland-Pfalz. Eine Besonderheit ist, dass der Pfälzerwald zusammen mit den französischen Nordvogesen eines von im Moment 20 grenzüberschreitenden Biosphärenreservaten weltweit bildet.

Weinanbau
Mit dem Weinanbaugebiet „Haardtrand-Weinstraße“ verfügt das Biosphärenreservat Pfälzerwald als einziges in Deutschland über eine solche Fläche. Dank des milden Klimas leben hier Tiere und Pflanzen, die sich sonst nur in mediterranen Gebieten finden.

Tierische Partner
In mehreren Regionen wird auf die Zusammenarbeit mit althergebrachten Nutztierrassen gesetzt. Sei es durch Ganzjahresbeweidung mit Heckrindern, durch Ziegenbeweidung zur Schaffung einer halboffenen Weidelandschaft oder durch Erhalt des pfälzischen Glanrinds. Einer Rinderrasse, die als stark bedrohte alte Haustierrasse gilt. Außerdem wird die Offenhaltung von Tälern durch Wanderschäfer unterstützt, etwa mit dem Projekt „Neue Hirtenwege in der Pfalz“.

Wälder und Weinberge
Abwechslungsreiche Landschaft: Wald und Wein
© Landesforsten.RLP.de / Gregor Nassen
Waldweide mit Rindern
Waldweide mit Rindern
© Landesforsten.RLP.de / Frank Schmidt

Wissenswertes über Biosphärenreservate

Wie wird man ein Biosphärenreservat?
Biosphärenreservate werden von den nationalen Regierungen vorgeschlagen und gemäß dem UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB-Programm) nach den dort formulierten Leitlinien und Kriterien anerkannt.

Wozu sind Biosphärenreservate gut?
Im Kern sollen diese Gebiete dazu beitragen, eine der wichtigsten Fragen unserer heutigen Zeit zu beantworten, nämlich:
"Wie können wir den Schutz der biologischen Vielfalt, das Streben nach wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung und die Erhaltung kultureller Werte miteinander versöhnen?"
Es geht also nicht nur um Naturschutz, sondern auch um die Menschen, die dort leben und in dieser Schutzkategorie erstmals zum integralen, handelnden Bestandteil des Konzepts werden. Wie sonst wäre es erklärbar, dass der Auftrag kulturelle Werte sowie einen sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt beinhaltet? Biosphärenreservate sollen Beispiel- oder Modelllandschaften sein, deren Auftrag die harmonische Umsetzung dreier sich ergänzender Funktionen ist:

  • Schutzfunktion – Erhaltung der biologischen Vielfalt
  • Entwicklungsfunktion – Förderung eines wirtschaftlichen nachhaltigen und sozialen Fortschritts
  • Logistische Funktion – Ausbildung, Öffentlichkeitsarbeit, Umweltbildung, Forschung, Monitoring

Netzwerk Partnerbetriebe

"Nachhaltig leben auf pfälzisch!" - ein Motto, welches das Netzwerk der Partnerbetriebe verbindet. Auch das Haus der Nachhaltigkeit gehört dazu. Hier erfahren Sie mehr.

Karte des Biosphärenreservates

Beim Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz gibt es eine ausführliche dynamische >>> Karte des Biosphärenreservates

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen

Mehr zu unserem Biosphärenreservat hier vor Ort können Sie hier erfahren >>> BSR Pfälzerwald

Mehr zum Thema Biosphärenreservate

Weitere Infos zum Thema Biosphärenreservate weltweit, Kriterien, Porträts der einzelnen Gebiete u.v.m. finden Sie auf den >>> Seiten der UNESCO Kultur und Natur