Was ist Nachhaltigkeit?

Um es vorweg zu nehmen: Eine eindeutige Definition des Begriffs der Nachhaltigkeit gibt es nach unserer Auffassung nicht! Je nach Profession, wissenschaftlicher Disziplin, persönlichem Lebensumstand, individuellem Erfahrungsschatz und subjektivem Interesse interpretiert jeder den Wertekomplex Nachhaltigkeit anders. Wir wollen uns deshalb nicht festlegen und die vermeintliche Wahrheit verkünden. Wir wollen aber versuchen und Ihnen helfen, dass Sie sich beim Lesen dieser Seiten, durch den Besuch des Hauses der Nachhaltigkeit und der Veranstaltungen dort eine eigene Meinung bilden und dem Thema nähern können. Nachfolgende Zitatesammlung, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, soll zeigen, wie vielfältig das Paradigma Nachhaltigkeit ist:

Freiherr Hannß Carl von Carlowitz, Sächsischer Oberberghauptmann (1645 - 1714)
"Wird derhalben die größte Kunst/Wissenschaft/Fleiß und Einrichtung hiesiger Lande darinnen beruhen / wie eine sothane Conservation und Anbau des Holtzes anzustellen / daß es eine continuierliche beständige und nachhaltende Nutzung gebe / weiln es eine unentberliche Sache ist / ohne welche das Land in seinem Esse (Anm.: im Sinne von Wesen, Dasein) nicht bleiben mag"

Eric Schweitzer, Vorstandsvorsitzender der ALBA Group, Recyclingunternehmen (*1965)
"Bei allem, was man tut, das Ende zu bedenken, das ist Nachhaltigkeit."

Hans Jonas, Deutscher Philosoph (1903-1993)
"Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden"

Brundtland-Bericht (1987)
"Jede Generation soll ihre Bedürfnisse nur in einem solchen Maß befriedigen, dass die Versorgung nachfolgender Generationen nicht in Gefahr gerät"

Hans Künig, Schweizer Theologe (*1928)
"Nachhaltigkeit ist weder ein ökonomisches noch ein ökologisches, nicht einmal ein wissenschaftliches Konzept, sondern eine ethische Verantwortung"

Dr. Georg Meister, Forstamtsleiter Bad Reichenhall a.D., Buchautor
"Junge Förster sollten sich auf das langfristige Ziel des Wiederaufbaus zukunftsfähiger Wälder konzentrieren und sich nicht dem Diktat eines kurzfristig erreichbaren Gewinns oder Vergnügens beugen. Sie würden so zu Gralshütern der Nachhaltigkeit. Dann würde der faszinierende Beruf des Försters neues Ansehen gewinnen."

Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa, FOREST EUROPE (1993)
Nachhaltige Waldbewirtschaftung ist die „Betreuung und Nutzung von Wäldern und Waldflächen auf eine Weise und in einem Ausmaß, welche deren biologische Vielfalt, Produktivität, Verjüngungsfähigkeit und Vitalität erhält sowie deren Potenzial, jetzt und in der Zukunft die entsprechenden ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Funktionen auf lokaler, nationaler und globaler Ebene zu erfüllen, ohne anderen Ökosystemen Schaden zuzufügen“

Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizäcker (2008)
"Bei aller Freude am technischen Fortschritt ... muss man auch darüber nachdenken, ob wir zum glücklichen Leben wirklich so viel Konsum brauchen, wie uns die Werbung ständig vormacht"

Prof. Dr. Klaus Töpfer (2006)
"Es muss immer wieder die dreifache Gründung der Nachhaltigkeit eingefordert werden: die ökonomische Entwicklung, die soziale Verantwortung, die ökologische Stabilität"

Prof. Dr. Markus Vogt (2008)
"Der Schöpfungsglaube ist keine Utopie, sondern eine Tat-Sache, die ihre Wirksamkeit dadurch gewinnt, dass sie Realitätssinn, Verantwortungsauftrag und Hoffnung im Gleichgewicht hält"

Volker Hauff, Bundesminister a.D., 1985-87 Mitglied der Brundtland-Kommission
"Ich bin fest davon überzeugt: Nachhaltigkeit ist der Begriff des 21. Jahrhunderts, und er wird uns die nächsten Jahrzehnte intensiv beschäftigen und begleiten."

Ingeborg Fiegle (*1926), aktive Yogalehrerin
"Wenn jeder nur so viel nimmt wie er braucht, ist genug für alle da!"

Kofi Annan, Generalsekretär der Vereinten Nationen (1997 – 2006)
„Unsere größte Herausforderung im 21. Jahrhundert ist es, die einstweilen noch abstrakt erscheinende Idee einer nachhaltigen Entwicklung zur Realität für alle Menschen dieser Erde zu machen“

Afrikanischer Stammeshäuptling
"Nachhaltigkeit bedeutet: Genug. Für alle. Für immer."

Klaus Wiegandt, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Metro AG
"Eigentlich dürfte es keinen Hochschulabschluss geben, ohne dass man ein Studium generale in Nachhaltigkeit absolviert hat. Man kann doch keine Führungselite auf die Menschheit loslassen, die keine Ahnung hat von den größten Problemen, die auf uns zukommen"

Dr. Daniel Henzgen, Leiter Key Account Management & Nachhaltigkeit bei ENTEGA
"Nachhaltigkeit braucht die Weite im Denken und die Kreativität in der Umsetzung"

David Suzuki, kanadischer Biologe, Publizist und Träger des alternativen Nobelpreises
"Geben wir der Ökonomie das Öko wieder zurück"

LOHAS-Magazin, 04/2014
"Nachhaltigkeit ist die Umverteilung von Gewinnmaximierung zu Sinnmaximierung "

Albert Schweizer, Künstler und Landschaftsmaler (1885 - 1948)
„Der Auftrag, der uns heute gesetzt ist, lautet: Uns selbst, unsere Umwelt und die Strukturen dieser Welt zu heilen und zu heiligen…“

Mahatma Gandhi (1869 – 1948)
"Wir haben die Pflicht, stets die Folgen unserer Handlungen zu bedenken“

Jane Fonda, Film- und Fitnessstar, Aktivistin (*1937)
„Wir springen mit dieser Welt um, als hätten wir noch eine als Reserve im Kofferraum!“

Joachim Wieland, Verfassungsrechtler (2016)
Der Staat beachtet bei seinem Handeln das Prinzip der Nachhaltigkeit.“
Vorschlag für eine Formulierung des Verfassungsziels Nachhaltigkeit im Grundgesetz

 



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