Veröffentlicht am 08.11.2017

Pfälzer Forstleute bei Weltklimakonferenz in Bonn

Unterstützung des gemeinsamen Auftritts der Forstwirtschaft in Deutschland im Rahmen der COP 23.

Noch bis zum 17. November findet derzeit die Weltklimakonferenz (COP 23) in Bonn statt. Sie ist die größte zwischenstaatliche Konferenz, die es in Deutschland je gegeben hat. Erwartet werden bis zu 25.000 Teilnehmende aus allen Ländern der Welt, dazu rund 500 Nichtregierungsorganisationen und mehr als 1000 Journalistinnen und Journalisten. Die Präsidentschaft der Konferenz hat Fidschi inne, Deutschland unterstützt als technischer Gastgeber. Nachdem bei dem Klimagipfel in Paris eine Art „Grundgesetz des Klimaschutzes“ vereinbart wurde, geht es in Bonn um die Erarbeitung einer Richtlinien zur Umsetzung. Während in der „Bula Zone“ verhandelt wird („Bula“ bedeutet „Willkommen“ in der auf Fidschi gesprochenen Sprache), werden in der sogenannten „Bonn Zone“, in der Rheinaue, rund 400 Veranstaltungen („Side Events“) zu klimapolitischen Themen angeboten. Dort unterstützt Rheinland-Pfalz den Auftritt der gesamtdeutschen Forstwirtschaft mit wissenschaftlichem Know-how und Personal auf der Aktionsfläche.
Involviert ist auch ein kleines Team aus der Pfalz zum der Leiter des Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrums für Klimawandelfolgen, Dr. Ulrich Matthes und seine Mitarbeiter/innen in Trippstadt gehören. Auf der Bonner Aktionsfläche selbst sind auch drei Pfälzer Forstleute im Einsatz:
1.    Georg Sprung, Arbeitsbereichsleiter Waldinformation-Umweltbildung-Walderleben bei der Stelle für Kommunikation und Marketing von Landesforsten
2.    Joachim Weirich, Produktleiter Waldinformation-Umweltbildung-Walderlebnis am Forstamt Bad Dürkheim
3.    Michael Leschnig, Leiter Haus der Nachhaltigkeit im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen

Die Forstwirtschaft in Deutschland beteiligt sich in Bonn, um den Delegierten der COP 23 und den Medienvertretern die eigene Sorge um die Zukunft der Wälder mitzuteilen. Weltweit, auch in Deutschland, ist der Wald – und damit auch dessen Nutzbarkeit im Rahmen einer nachhaltigen Forstwirtschaft – durch den Klimawandel bedroht. Darum werden die Delegierten und die Weltgemeinschaft zum Handeln aufgefordert.
Die Sorge entspringt der bei Forstleuten tief empfunden Verantwortung für die Wälder in einem umfassenden Sinne. Die jetzt schon zu beobachtende und messbare Häufung und Verschärfung von Witterungsextremen wie Hitze, Trockenheit und Stürme bedeuten eine große Gefahr. Schädlingsbefall und nachlassende Wuchskraft sind große Herausforderungen. Der Klimawandel bedroht den Lebensraum Wald und damit auch die gesamte Biodiversität des Ökosystems. Dies hat nicht nur schwerwiegende Folgen für die Natur, sondern auch die Versorgung der Wirtschaft mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz gerät (z. B. durch den Ausfall der Fichte) unter Druck.
Ein sukzessiver Umbau der Wälder mit stabilen Baumartenmischungen und an künftige Klimabedingungen angepassten Arten sind die vorausschauenden Ansätze der Forstleute und Waldbesitzer, um dieser Situation mit Fingerspitzengefühl zu begegnen. Das nützt auch der biologischen Vielfalt. Die Wälder der Zukunft sollen auch weiterhin als Trinkwasserspeicher und Lebensraum für Pflanzen und Tiere sowie zur Erholung und Gesunderhaltung der Menschen dienen. Und sie werden nicht zuletzt dringend für die Versorgung der Menschen mit dem Rohstoff Holz benötigt.
Im Holz der Waldbäume und in den Waldböden sind in Deutschland aktuell rund 2,5 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gebunden. Zusätzlich entzieht der Wald der Atmosphäre durch das Wachstum der Bäume Kohlendioxid. Holzprodukte verlängern die Bindung des von den Bäumen aufgenommenen Kohlenstoffs. Mit der Nutzung langlebiger Holzprodukte wie Holzhäuser oder Möbel kann also jeder zum Klimaschützer werden. Besonders wirksam ist es, wenn Holz anstelle von energieintensiveren Rohstoffen wie Stahl und Beton genutzt wird.
Wälder sind Opfer aber auch Retter zugleich.



Haus der Nachhaltigkeit