Veröffentlicht am 05.01.2017

Begegnung mit einem scheuen Waldbewohner

Ausstellung „Wer kennt den Schwarzstorch?“ bis 28.02. im Haus der Nachhaltigkeit

Denkt man an einen Storch, so erscheint das Bild eines überwiegend weißen, langbeinigen Vogels, der einzeln oder in Gruppen auf einer Wiese staksend nach Nahrung sucht. Nur selten kommt der Gedanke an seinen waldbewohnenden, schwarzgefiederten Verwandten auf, den Schwarzstorch (Ciconia nigra). Das Haus der Nachhaltigkeit ermöglicht in seiner aktuellen Ausstellung eine Annäherung an den seltenen Bewohner unserer Wälder. Die Präsentation informiert noch bis zum 28. Februar über den Lebensraum, die Lebensweise sowie die Gefährdungsfaktoren und mögliche Schutzmaßnahmen für diesen Vogel. Mit dem Exponat eines lebensgroßen Schwarzstorchs ist es möglich, aus nächster Nähe einen Blick auf das sonst so scheue Tier zu werfen. Außerdem kann in einem Computerspiel sein optimaler Lebensraum gestaltet werden. Gegenwärtig überwintert der Vogel in wärmeren Gefilden, in Westafrika. Der Eintritt während der Winteröffnungszeiten des Johanniskreuzer Infozentrums ist frei.

Wissenswert: Aktuell nisten zwischen 35 und 45 Brutpaare des Schwarzstorchs jährlich in rheinland-pfälzischen Wäldern - Tendenz steigend. Doch dies war nicht immer so, denn um die Jahrhundertwende (19./20. Jhd.)  galt der Schwarzstorch in den meisten Brutgebieten Westdeutschlands als ausgerottet. Seit den 1970er Jahren kam es jedoch durch umfangreiche Artenschutzmaßnahmen zur Wiederansiedlung zunächst in Hessen, dann in Rheinland-Pfalz. Das nun schon seit mehreren Jahrzehnten praktizierte Konzept der Naturnahen Waldwirtschaft scheint hierbei ein begünstigender Faktor zu sein und Wirkung zu zeigen. In erster Linie benötigen die Vögel ausreichend geschützte Nistplätze zur Aufzucht ihrer Jungen. Dafür eigenen sich knorrige, stabile Astgabeln alter Bäume in einem ruhigen Laubmischwald.



Haus der Nachhaltigkeit