Sind Biosphärenreservat Gebiete für Öko-Indianer?

UNESCO-Biosphärenreservate sind international repräsentative Modellregionen. Sie verwirklichen nachhaltige Entwicklung und erhalten Lebensräume. UNESCO-Biosphärenreservate werben für den Ausgleich der Interessen von Umweltschutz und Wirtschaft, für ein Zusammenleben von Mensch und Natur.

Und: Nein! Biosphärenreservate haben nichts mit Indianern zu tun! Es handelt sich vielmehr um eine relativ neue Kategorie von Schutzgebieten, die aus einem Umweltprogramm der Vereinten Nationen hervorgegangen sind und in denen es um eine - vereinfacht gesagt - nachhaltige Regionalentwicklung geht. Hin und wieder liest man in diesem Zusammenhang deshalb auch den Begriff „Wirtschaftslandschaft“ für diese besondern Gebiete.
Biosphärenreservate werden von den nationalen Regierungen vorgeschlagen und gemäß dem UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB-Programm) nach den dort formulierten Leitlinien und Kriterien anerkannt.

Im Kern sollen diese Gebiete dazu beitragen, eine der wichtigsten Fragen unserer heutigen Zeit zu beantworten, nämlich:

"Wie können wir den Schutz der biologischen Vielfalt, das Streben nach wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung und die Erhaltung kultureller Werte miteinander versöhnen?"

Es geht also nicht nur um Naturschutz, sondern auch um die Menschen, die dort leben und in dieser Schutzkategorie erstmals zum integralen, handelnden Bestandteil des Konzepts werden. Wie sonst wäre es erklärbar, dass der Auftrag kulturelle Werte sowie einen sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt beinhaltet?

Derzeit gibt es 651 Biosphärenreservate in 120 Staaten der Erde (Stand: Juni 2015), 16 davon befinden sich in Deutschland und wiederum eines davon liegt im Bundesland Rheinland-Pfalz. Eine zusätzliche Besonderheit hierzulande ist, dass der Pfälzerwald zusammen mit den französischen Nordvogesen eines von im Moment nur neun grenzüberschreitenden Biosphärenreservaten weltweit bildet. Seine transnationale Anerkennung durch die UNESCO erfolgte 1998, nachdem zuvor die Nordvogesen 1988 und der Pfälzerwald 1992 als nationale Biosphärenreservate anerkannt wurden.



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