Die "Schöne Aussicht" - ein alter Wunsch!

Schon seit Beginn der Erschließung des Pfälzerwaldes für Erholungssuchende, hat der Wunsch in die Ferne zu schauen eine große Rolle gespielt. Davon zeugen eine Vielzahl von Türmen, die Erschließung exponierter Burgen und Felsen, die Markierung der "Schönen Aussicht" in Karten und nicht zuletzt schwärmerische Reiseberichte. Allein der Hinweis auf die Möglichkeit zur Fernsicht garantiert aber noch nicht, dass man dieses Erlebnis auch tatsächlich hat. Es ist mehr oder weniger Zufall. Die momentan herrschende Sichtweite in der Region, die man besuchen möchte, stimmt häufig mit den Sichtverhältnissen zuhause nicht überein. Außerdem sind die besonders interessanten, außerordentlich guten Sichtverhältnisse nicht von langer Dauer.

Fern-Seh-Erlebnisse werden planbar!

Die Wahrscheinlichkeit eine schöne Aussicht genießen zu können, wurde jetzt deutlich verbessert. Eine Messstation auf dem höchsten Berg des Pfälzerwaldes, der Kalmit (673 m ü.NN), erfasst und dokumentiert die Sichtverhältnisse im Pfälzerwald systematisch und dauerhaft. Mit diesen Informationen und den Möglichkeiten der modernen Informationstechnologie hat nun jeder die Chance, sich bei einer selbst definierten Sichtweite über einen gewissen Zeitraum per E-Mail und SMS aktuell informieren zu lassen. Dazu ist nur eine Anmeldung über diese Website erforderlich.
Ein Ausflug zum "Fern-Sehen im Pfälzerwald" wird jetzt planbar!

Gute Sicht - was ist das ...?

Die sicher sehr unterschiedlichen Antworten auf diese Frage zeigen eines: eine als gut empfundene Sicht definiert jeder individuell für sich. Genügt es dem Einen, vom Rande der Haardt die Erhebungen des Odenwaldes zu erkennen, so erwartet der Andere das Erscheinen der Skyline der Bürotürme in Frankfurt/Main, was bei exzellenten Sichtverhältnissen durchaus möglich ist. Statistische Kennwerte, die objektive Aussagen über die Sichtweite erlauben würden, gibt es bislang aber nicht.

Tief durchatmen - Fernsicht ist gesund!

Eines ist klar: "Fern-Seh-Ausflügler" leben gesünder! Denn die Voraussetzung für gute Sicht sind Luftverhältnisse, die arm an lungengängigen Feinstaubpartikeln (Aerosole) sind. Große zusammenhängende Waldgebiete, wie der Naturpark Pfälzerwald als deutscher Teil des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen eines ist, schaffen durch die Filterwirkung der Bäume besonders gute Möglichkeiten für Fern-Seher. Der Erhalt guter Sichtverhältnisse hat demnach nicht nur eine ästhetische Dimension, sondern auch einen Gesundheitsaspekt.

Neue Wege der Besucherlenkung in der UNESCO-Modellregion Pfälzerwald

Seine landschaftliche Schönheit, der großflächig unzerschnittene Wald, die besondere Naturnähe und letztendlich auch seine Lage zu den Ballungsgebieten an Rhein, Neckar und Saar haben den Pfälzerwald schon früh als Erholungsraum interessant gemacht. 1959 wurde er deshalb als einer der ersten und auch heute flächenmäßig immer noch einer der größten Naturparke in der Bundesrepublik ausgewiesen. Die mittlerweile sehr große Anzahl der Wochenendausflügler, Wanderer, Mountainbiker und anderer Natursportler in dem Gebiet verlangen jedoch nach einer Lenkung der Besucherströme. Mit den Informationsinhalten und Möglichkeiten des Projekts "Fern-Sehen im Pfälzerwald" wird dazu ein bundesweit bisher einmaliger und neuer Ansatz angeboten. Aufgrund seines Modellcharakters ist das Vorhaben deshalb auch im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen besonders gut platziert. In dieser Kategorie von UNESCO-Schutzgebieten ist ein Auftrag, beispielhafte Vorhaben für eine nachhaltige Regionalentwicklung anzustoßen und zu erproben. Im Sinne einer weiteren, ressourcenschonenden Tourismusentwicklung des Gebietes ist "Fern-Sehen im Pfälzerwald" deshalb sicher modellhaft.



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